Gewerbsmäßige Untreue: aus 5 mach 3

Landgericht Baden-Baden ändert nach Berufung des Angeklagten das amtsrichterliche Urteil deutlich nach unten hin ab.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, bei seinem ehemaligen Arbeitgeber in seiner Eigenschaft als Buchhalter mehr als € 300.000 veruntreut zu haben. Der Angeklagte zeigte sich von Anfang an geständig und kooperierte mit der Ermittlungsbehörde, um den entstandenen Schaden – wenigstens teilweise – wieder gut zu machen.  Über € 100.000 konnten zugunsten des geschädigten Unternehmens zurückgeführt werden.

Die Besonderheit des Falles lag darin, daß der Angeklagte während der Taten wegen einer ähnlich gelagerten Straftat (Untreue: Schaden € 50.000) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war und damit mit der Rechtskraft des ersten Urteils bewährungsbrüchig geworden ist.

Das Amtsgericht verhängte wegen 38 Einzeltaten zwei Gesamtstrafen (§ 55 StGB) von 2 Jahren und 4 Monaten und 2 Jahren und 6 Monaten (gesamt: 4 Jahre 10 Monate), die nacheinander zu vollstrecken gewesen wären.

Auf die Berufung des Angeklagten änderte das Landgericht Baden-Baden nunmehr das Urteil ab und verhängte nach Wegfall der Voraussetzungen des § 55 StGB (nachträgliche Gesamtstrafe) eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren.