AG Pforzheim: langer aber erfolgreicher Kampf ums Fahrverbot

Das Amtsgericht Pforzheim hat in seinem heutigen Urteil den Mandanten wegen Überfahrens einer roten Ampel (qualifizierter Rotlichtverstoß) zu einer Geldbuße verurteilt. So weit, so gut.

Das besondere an diesem unscheinbaren Urteil ist, daß der Mandant ganz erhebliche Vorbelastungen in Flensburg hatte, die insgesamt zu einer Bewertung mit 16 Punkten führten. Somit wäre im Falle einer frühen Verurteilung in dem nun verhandelten Fall, weitere vier Punkte hinzugekommen, die Fahrerlaubnis wäre damit unweigerlich entzogen worden und der Mandant hätte eine MPU machen müssen. Durch geschicktes Taktieren konnte aber das Verfahren in die Länge gezogen werden, sodaß Anfang des Jahres 2013 drei Punkte getilgt worden sind. Jetzt konnten wiedervier weitere Punkte für das Überfahren der roten Ampel hinzukommen, ohne daß dem Mandanten unmittelbar Gefahr droht.

Übrigens: Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Mandanten als Unternehmer, sah das Amtsgericht dann antragsgemäß noch von der Verhängung eines Regelfahrverbots ab – trotz Voreintragungen in Flensburg und erhöhte das Bußgeld auch „nur“ von € 200 auf € 400. So konnte ein aussichtslos scheinender Bußgeldfall perfekt abgeschlossen werden.